Eine Radreise entlang der Lahn ist von vielen interessanten Sehenwürdigkeiten geprägt. Vielfältige Naturlandschaften und kulturhistorische Städte werden mit dem Rad erkundet. Die Besichtigung einer quirligen Stadt bietet nach einer ruhigen Fahrt durchs Grüne, eine wilkommene Abwechslung. Einen kleinen Einblick welche schönen Städte am Wegesrand liegen, bekommen Sie hier:
Marburg an der Lahn
Wer auf dem Lahnradweg unterwegs ist, der passiert irgendwann die Universitätsstadt Marburg. Und einen Zwischenstopp sollte man in diesem liebenswerten Städtchen auf alle Fälle einplanen.
Zu Ehren der Heiligen Elisabeth wurde hier im 13. Jahrhundert die erste gotische Hallenkirche Deutschlands gebaut. Die beiden 80 Meter hohen Türme am Fuße der Altstadt und der noch erhaltene gotische Hochaltar aus dem Jahre 1290 ist nicht nur für kunsthistorisch Interessierte ein Genuss. Ein Besuch der Kirche bietet sich aber auch einfach zum Innehalten an. Gerade wer vorher noch mit seinem Fahrrad auf dem Lahnradweg strampelte, der wird vielleicht einen Augenblick der Stille in dieser Umgebung genießen wollen.
Hoch über der Stadt thront das Landgrafenschloss, es stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und heute ist dort unter anderem das Museum für Kulturgeschichte beherbergt. Besucher können auch den größten gotischen Profansaal Deutschlands besichtigen, er ist mit 420 qm Fläche wirklich beeindruckend. Der Saal wird heute noch von der Stadt Marburg für feierliche Anlässe genutzt. Interessant ist hier auch eine Besichtigung der Kasematten, Geschützstände unter der Erde, rund um das Schloss gelegen.
Bevor man seine Fahrt auf dem Lahnradweg fortsetzt, sollte man auch noch die Altstadt und das Rathaus besichtigen. Auf dem Marktplatz in Marburg wurde laut Überlieferung im Jahre 1248 das Land Hessen gegründet. Der Besucher wandelt hier also durchaus auf geschichtsträchtigem Boden. Und vielleicht kann man in einem der Straßencafes am Marktplatz einkehren und das bunte Treiben auf dem an zwei Tagen in der Woche stattfindenden Markt beobachten. Den meisten ist Marburg sicherlich wegen seiner Universität ein Begriff. Die Grundmauern der Alten Universität stammen aus dem Jahr 1291. Das Gebäude wurde ständig erweitert, da es eine immer größere Zahl von Studenten beherbergen musste.
Nach einem Abstecher nach Marburg, kann man ausgeruht und mit viel Geschichte und Kultur versorgt, seinen Weg auf dem Lahnradweg fortsetzen.
Wetzlars historische Altstadt
Die mittelhessische Stadt Wetzlar erstreckt sich auf hügeligem Gebiet beiderseits der Lahn. An der Deutschen Fachwerkstraße sowie am Lahnradweg gelegen, bietet sie Besuchern Gelegenheit für einen angenehmen Aufenthalt.
Die historische Altstadt hält einige Sehenswürdigkeiten für Besucher bereit und bei einem Rundgang durch die Stadt kann man sich in engen romantischen Gassen einen guten Überblick verschaffen. Herrschaftlich thront der Wetzlarer Dom über der Stadt und Nutzer des Lahnradweges sollten schon deswegen hier einen Stopp einlegen. Einzigartig ist dieser Dom, dem Betrachter mutet er fast unheimlich zwischen den ganzen Fachwerkhäusern an. Während seiner jahrzehntelangen Bauzeit, die immer wieder unterbrochen wurde, nahmen viele Stile Einfluss auf die Bauweise, einiges blieb unfertig, anderes wurde abgerissen. Wenn man den Lahnradweg befährt kann man sich auf eine Besichtigung des Wetzlarer Domes, der übrigens von beiden Konfessionen -evangelisch sowie katholisch- genutzt wird, freuen.
Bei einem Rundgang durch die Stadt, sollte man unbedingt auf den Optikparcours achten. Die Stadt Wetzlar hat sich hier für ihre Besucher etwas Besonderes ausgedacht, denn schließlich wurde hier von Oskar Barnack 1913 die erste Kleinbildkamera der Welt entwickelt, Wetzlar ist sich seiner Tradition also durchaus bewusst. An jedem Standort wird ein anderer Aspekt der Optik vorgestellt und lädt zum Experimentieren ein. Der Parcours wird in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Bürgern ständig erweitert, so dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt.
Wetzlar hat außerdem einige sehr interessante Museen zu bieten, so beispielsweise das Lottehaus, benannt nach Charlotte Buff, die Goethe während seiner Zeit als Praktikant am Wetzlarer Reichskammergericht kennenlernte, und die ihn zu der Figur Lotte in den Leiden des jungen Werthers inspirierte.
Nicht nur Radreisende auf dem Lahnradweg können sich auf die Alte Lahnbrücke freuen. Hier kann man die Stadt Wetzlar auf einer, im 13. Jahrhundert erbauten siebenbogigen Brücke über die Lahn verlassen. Sie ist eine der ältesten noch erhaltenen Brücken in Hessen und bildet einen gelungenen Abschluss dieser vielfältigen Stadtbesichtigung.
Die Domstadt Limburg
Eine Reise auf dem Rad ist auch in Zeiten von modernster Technik noch immer eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten überhaupt. Es erwarten einen nicht nur Naturlandschaften der schönsten Art und Weise, sondern auch zahlreiche Ortschaften und Städte, die mit einem gewinnenden Charme ihre Gäste Jahr für Jahr begrüßen. Wer sich auf dem Lahnradweg befindet, wird an der beeindruckenden Domstadt Limburg nicht vorbeikommen. Es gehört einfach dazu, diese alte und faszinierende Stadt näher kennen zu lernen. Auf dem Rad geht das nämlich auch hervorragend.
Man wird schon vom Weiten hineingezogen, in den Sog der lebendigen Geschichte, die es hier zu erleben und zu sehen gibt. Der prächtige Dom ragt weit und unglaublich ergreifend über den Dächern der Altstadt empor. Um sich von den vielen Eindrücken nicht übermannt zu fühlen, ist es ein absolutes Muss, sich einer informativen Altstadtführung anzuschließen. Gespickt mit witzigen und auch schaurigen Anekdoten aus den vielen Jahrhunderten kann man nicht nur Limburgs schöne Altstadt, mit ihren unzähligen Fachwerkhäusern entdecken, sondern auch bei einer Domführung alle Fakten zu dem Dom in Erfahrung bringen. Das Limburger Schloss oder auch die Limburger Burg befinden sich gleich unmittelbar neben dem Dom und man muss nicht weit radeln, um sich auch diese geschichtsträchtigen Bauten anzuschauen. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, wie das Leben in den vergangenen Jahrhunderten verlaufen sein muss. Wenn einen der Lahnradweg nach Limburg geführt hat, dann muss man natürlich auch einmal die Lahn überqueren. Die alte Lahnbrücke in Limburg aus dem 14. Jahrhundert ist Teil vom Lahnradweg. Stärken kann man sich in Limburg in einen der zahlreichen Gaststätten, die kulinarischen Köstlichkeiten aus vielen Ländern anbieten und natürlich auch die traditionelle deutsche Küche. Dabei kann man das wunderbare Flair der Stadt genießen. Gut gekräftigt laden auch viele interessante Museen ein. Die schönen Naturlandschaften begleiten einen auf dem Lahnradweg und man kann neben Limburg noch weitere interessante Ortschaften entdecken.